Core Web Vitals verstehen und optimieren – Googles Maßstab für die Page Experience
- Alexander Peter Hihler

- 25. Nov. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen

Das Wichtigste in Kürze
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Als CEO, CMO oder CTO weißt du: Nutzererfahrung ist kein Nice-to-have mehr – sie ist entscheidend. Core Web Vitals spielen dabei eine Schlüsselrolle. Diese von Google definierten Kennzahlen messen, wie deine Webseite wahrgenommen wird: Wie schnell lädt sie? Wie stabil ist das Layout? Und wie schnell reagiert sie auf Eingaben?
In diesem Artikel zeige ich dir, was Core Web Vitals sind, warum sie für dein SEO wichtig sind, wie man sie misst, bewertet und optimiert. Am Ende erfährst du, wie ich dir als SEO-Berater helfen kann, deine Web-Performance auf das nächste Level zu bringen.
1. Was sind Core Web Vitals?
Die Core Web Vitals sind drei zentrale Kennzahlen, die von Google eingeführt wurden, um die Qualität der Nutzererfahrung auf Webseiten zu messen. Sie bestehen aktuell aus:
Largest Contentful Paint (LCP) – misst, wie lange es dauert, bis das größte sichtbare Element auf der Seite gerendert ist.
First Input Delay (FID) – misst die Zeit zwischen der ersten Nutzeraktion (z. B. Klick) und der Reaktion der Seite.
Cumulative Layout Shift (CLS) – misst, wie stark sich Seitenelemente während des Ladevorgangs unerwartet verschieben.
Diese Metriken geben einen realitätsnahen Einblick, wie echte Nutzer deine Seite erleben – nicht nur im Labor, sondern in der Praxis.
2. Wieso sind sie wichtig?
Core Web Vitals sind kein Selbstzweck: Sie haben direkten Einfluss auf die Nutzerbindung und auf das Keyword-Ranking. Studien zeigen, dass Seiten mit guten Core Web Vitals bessere Platzierungen erzielen.
Darüber hinaus verbessern optimierte Werte die Conversion-Rate: In der Fallstudie von Renault führte eine Verbesserung des Largest Contentful Paint (LCP) auf unter 1 Sekunde zu einer Steigerung der Conversion-Rate um 13%.
In Deutschland schneiden viele Seiten noch nicht gut ab: Nur rund 3% der deutschen Websites erreichen laut t3n-Studie gute Werte für alle drei Metriken.
3. Kennzahlen der Core Web Vitals
Um Core Web Vitals zu verstehen, ist es hilfreich, die Grenzwerte zu kennen, die Google als „gut“ einstuft:
LCP: ≤ 2,5 Sekunden
FID: < 100 Millisekunden (oder entsprechend die moderne Metrik INP)
CLS: ≤ 0,10
Diese Richtwerte stammen von Google selbst und werden in der Praxis häufig verwendet, um zu entscheiden, ob eine Seite „Core Web Vitals bestanden“ hat. Ein aktueller Wandel: Google hat FID inzwischen teilweise durch INP (Interaction to Next Paint) ersetzt, um die Reaktionsfähigkeit genauer zu messen.
4. Messung der Core Web Vitals
Du fragst dich: Wie messe ich Core Web Vitals effektiv? Es gibt zwei wichtige Herangehensweisen:
Feld-Daten (Real-User):Google nutzt das Chrome User Experience Report (CrUX), um echte Nutzerdaten zu sammeln. Diese Daten basieren auf realen Chrome-Besuchen und spiegeln echte Nutzung wider.
Lab-Daten (synthetisch):Tools wie PageSpeed Insights, Lighthouse oder die Web Vitals für Chrome-Erweiterung liefern Messwerte unter kontrollierten Bedingungen.
Die Kombination beider Messarten ist ideal: Feld-Daten zeigen, wie echte Nutzer deine Seite erleben, Lab-Daten helfen, technische Schwachstellen gezielt zu analysieren und zu optimieren.
5. Bewertungen für Desktop und Mobile
Core Web Vitals können je nach Gerät stark variieren:
Viele Seiten haben auf mobilen Geräten größere Probleme mit LCP, weil Nutzer per Mobilnetz surfen oder ältere Geräte nutzen. Eine Studie zeigt, dass weniger als 15 % der URLs die Kriterien von Google erfüllen – sowohl mobil als auch auf dem Desktop.
Desktop-Werte sind häufig besser, aber nicht immer: Auch hier kann die visuelle Stabilität leiden oder die Reaktionszeit lang sein.
Außerdem hängt die Bewertung davon ab, ob Feld-Daten (CrUX) ausreichend vorhanden sind. Wenn zu wenige echte Nutzer auf die Seite zugreifen, ist die Aussagekraft einer Core Web Vitals-Bewertung eingeschränkt.
6. Core Web Vitals als Rankingfaktor
Ja, Core Web Vitals beeinflussen dein Google-Ranking – allerdings nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit anderen Faktoren. Sie sind Teil des Page-Experience-Signals von Google, also ein Baustein im Gesamtranking.
Obwohl sie nicht der alles entscheidende Faktor sind, können sie einen messbaren Unterschied machen, insbesondere wenn konkurrierende Seiten inhaltlich ähnlich stark sind.
Beispiel: In einer Analyse von AlgorithmAce führten gute Core Web Vitals zu bis zu 23 % besseren Rankings bei wettbewerbsintensiven Keywords.
Wichtig: Wenn andere SEO-Bausteine stimmen – Content, Backlinks, technische Struktur –, kann die Optimierung der Core Web Vitals den Ausschlag geben.
7. Häufig gestellte Fragen
Was sind Core Web Vitals?
Core Web Vitals sind zentrale Leistungskennzahlen von Google (LCP, FID/INP, CLS), mit denen die Nutzererfahrung einer Website gemessen wird.
Wie kann man Core Web Vitals verbessern?
Du verbesserst sie, indem du Ladezeit reduzierst (z. B. LCP), JavaScript optimierst (für INP/FID) und Layout-Verschiebungen vermeidest (für CLS). Technische Maßnahmen + Monitoring sind der Schlüssel.
Wie kann ich meine Core Web Vitals optimieren?
Du kannst Optimierungen vornehmen durch Bildlazy-Loading, Skript-Minimierung, Server-Tuning, Reservierung von Platz für Elemente (um CLS zu senken) und wenig blockierende JavaScript-Ausführung.
Wie funktioniert ein Core Web Vitals Check oder Test?
Tools wie PageSpeed Insights, Lighthouse oder die Chrome-Erweiterung Web Vitals zeigen die Metriken in Lab- und Feld-Daten. CrUX liefert echte Nutzerdaten.
Was bedeutet „Core Web Vitals Bewertung nicht bestanden“?
Das kann daran liegen, dass weniger als 75 % der Besuche die Schwellenwerte erreichen oder dass eine Metrik (z. B. INP) zu hoch ist – das bedeutet ein „Nicht bestanden“.


