Bounce Rate
SEO-Glossar

Definition
Die Bounce Rate beschreibt den prozentualen Anteil der Sitzungen, bei denen Nutzer eine Website nach dem Aufruf genau einer einzigen Seite wieder verlassen, ohne eine weitere Interaktion auszuführen. Eine Interaktion kann dabei je nach Tracking-Setup ein Seitenaufruf, ein Event, ein Scroll oder eine definierte Conversion sein.
In klassischen Analytics-Setups bedeutete ein „Bounce“ lange Zeit: Seite geladen, nichts weiter passiert, Sitzung beendet. In Google Analytics 4 wurde das Konzept technisch neu interpretiert. Dort gilt eine Sitzung als „nicht gebounced“, wenn sie länger als 10 Sekunden dauert, eine Conversion auslöst oder mindestens zwei Seitenaufrufe umfasst. Die Bounce Rate ergibt sich entsprechend als Gegenstück zur Engagement Rate. ¹
Wichtig dabei: Eine hohe Bounce Rate ist nicht automatisch negativ. Bei informationsgetriebenen Seiten wie Glossaren, Anleitungen oder Definitionsartikeln kann ein Nutzer genau das finden, was er sucht, und die Seite danach zufrieden verlassen. Formal ist das ein Bounce, inhaltlich aber ein Erfolg. ²
Zusätzlich hängt die Kennzahl stark vom Seitentyp, der Suchintention und vom Tracking ab. Ohne Kontext ist die Bounce Rate eine Zahl ohne Aussagekraft. ³
SEO-Relevanz
Für SEO ist die Bounce Rate kein direkter Rankingfaktor. Google nutzt sie nicht als explizites Signal für die Bewertung von Rankings. Trotzdem hat sie eine indirekte Relevanz, weil sie Hinweise auf die Passung zwischen Suchintention, Inhalt und Nutzererwartung liefern kann. ⁴
Problematisch wird es, wenn eine Seite für transaktionale oder explorative Suchanfragen eine sehr hohe Bounce Rate aufweist. In solchen Fällen deutet das häufig auf eines der folgenden Probleme hin:
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falsche Suchintention adressiert
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irreführende Snippets
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schwache interne Verlinkung
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mangelnde Content-Tiefe oder -Struktur
Besonders gefährlich ist die isolierte Betrachtung. Eine sinkende Bounce Rate kann ebenso ein Warnsignal sein, etwa wenn Nutzer ziellos durch Seiten klicken, ohne ihr Ziel zu erreichen. Umgekehrt kann eine steigende Bounce Rate mit stabilen oder wachsenden Rankings und Klickzahlen ein Zeichen für sehr effiziente Inhalte sein.
Kurz gesagt: Die Bounce Rate ist ein Diagnosewert, kein Bewertungsmaßstab.
Praxis-Tipp
Bewerte die Bounce Rate immer seiten- und intentionsspezifisch. Vergleiche niemals Blogartikel, Produktseiten und Landingpages miteinander. Das führt nur zu falschen Schlüssen und unnötigem Aktionismus.
Ein bewährter Ansatz ist die Kombination aus Bounce Rate, Verweildauer, Scrolltiefe und Conversion-Daten. Besonders auf SEO-Content-Seiten lohnt sich ein Blick auf folgende Konstellation:
-
hohe Bounce Rate
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lange durchschnittliche Sitzungsdauer
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stabile oder steigende Rankings
In diesem Fall erfüllt der Inhalt sehr wahrscheinlich seinen Zweck. Optimierungsbedarf besteht eher dann, wenn eine hohe Bounce Rate mit kurzer Verweildauer und niedriger Klickrate einhergeht.
Ein praktisches Beispiel:
Ein Ratgeberartikel hat eine Bounce Rate von 78 %, aber eine durchschnittliche Sitzungsdauer von 2:40 Minuten. Nach dem Einbau einer klaren internen Verlinkung zu weiterführenden Artikeln sinkt die Bounce Rate auf 62 %, während Rankings und Traffic stabil bleiben. Die Kennzahl verbessert sich, ohne zum Selbstzweck zu werden. Genau so sollte sie genutzt werden.
Quellen
¹ Google Analytics Help – Engagement metrics and bounce rate in GA4
https://support.google.com/analytics/answer/12195621
² In-depth guide to how Google Search works
https://developers.google.com/search/docs/fundamentals/how-search-works
³ Sistrix – Absprungrate (Bounce Rate) richtig interpretieren
https://www.sistrix.de/frag-sistrix/bounce-rate/
⁴ Moz – Bounce Rate: Definition & SEO implications
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