Links in Screaming Frog prüfen: So behältst du Kontrolle über interne, externe und defekte Links

Das Wichtigste in Kürze

Screaming Frog ist das führende Crawling-Tool für Link-Analysen – es deckt defekte, interne und externe Links in wenigen Minuten auf.

Link Score, Inlinks, Outlinks und Link Position geben dir Auskunft über die Qualität deiner Verlinkungsstruktur und helfen dir, Potenziale zu erschließen.

So gehst du vor: Starte einen neuen Crawl, wechsle im Tab Response Codes zu Client Error (4xx), und exportiere defekte Links zur systematischen Behebung.

Einführung in Screaming Frog und Link-Analyse

Grundlagen des Screaming Frog SEO Spider

Du rufst eine Website auf – alles sieht gut aus. Doch im Hintergrund schlummern Dutzende defekte Links, die Google ins Leere laufen lassen und dein Ranking schwächen. Genau hier setzt Screaming Frog an.

Screaming Frog SEO Spider ist ein Desktop-Programm, das Websites wie ein Suchmaschinen-Crawler analysiert. Es folgt automatisch allen Links einer Domain, liest HTTP-Statuscodes aus und strukturiert die Ergebnisse in einer übersichtlichen Oberfläche. Das Tool wird von SEO-Profis weltweit eingesetzt, weil es eine Tiefe der Analyse bietet, die browserbasierte Tools kaum erreichen.

Der SEO Spider crawlt nicht nur HTML-Seiten, sondern auch JavaScript-gerenderte Inhalte, PDFs und andere Ressourcen. Damit liefert er ein vollständiges Bild der Linkstruktur einer Website.

Link-Analyse in der Suchmaschinenoptimierung

Interne Links sind das Rückgrat jeder gut strukturierten Website. Sie verteilen die sogenannte Link Equity – also den Rankingwert, den eine Seite von anderen Seiten erhält – und helfen Suchmaschinen dabei, Inhalte zu entdecken und zu bewerten.

Eine Studie von Moz zur internen Verlinkung zeigt, dass Seiten mit einer durchdachten internen Verlinkungsstruktur signifikant besser ranken als solche mit zufällig gesetzten oder fehlenden Links. Defekte Links hingegen unterbrechen diesen Fluss und senden negative Signale an Suchmaschinen.

Screaming Frog macht diese Strukturen sichtbar – und damit steuerbar. Du siehst auf einen Blick, welche Seiten gut verlinkt sind, welche kaum erreichbar sind und wo Links ins Leere führen.

Screaming Frog Lizenzmodelle: Kostenlos vs. Lifetime-Lizenz

Screaming Frog bietet zwei Lizenzmodelle an. Die kostenlose Version erlaubt das Crawlen von bis zu 500 URLs – ausreichend für kleinere Websites oder erste Tests. Wer größere Projekte bearbeitet, benötigt die kostenpflichtige Lizenz.

Die Jahres-Lizenz kostet derzeit 259 Euro pro Jahr. Eine klassische Lifetime-Lizenz bietet Screaming Frog nicht an; die Lizenz muss jährlich erneuert werden. Im Leistungsumfang sind unbegrenztes Crawling, JavaScript-Rendering, erweiterte Filterfunktionen und die Integration mit Google Analytics sowie der Google Search Console enthalten.

Für professionelle SEO-Arbeit ist die kostenpflichtige Variante nahezu unverzichtbar – der Preispunkt ist im Vergleich zu anderen Enterprise-SEO-Tools äußerst wettbewerbsfähig.

Installation und erste Schritte

Die Installation ist unkompliziert – du lädst den SEO Spider einfach von der offiziellen Website herunter. Das Programm ist für Windows, macOS und Ubuntu verfügbar.

Nach der Installation gibst du in der Adressleiste die zu crawlende Domain ein und startest den Crawl per Klick. Screaming Frog beginnt sofort, allen erreichbaren URLs zu folgen und Daten zu sammeln. Je nach Größe der Website dauert der Crawl wenige Sekunden bis mehrere Stunden.

Links in Screaming Frog prüfen: Interne Links

Was sind interne Links und warum sind sie relevant?

Interne Links verbinden Seiten innerhalb derselben Domain miteinander. Sie erfüllen zwei zentrale Aufgaben: Erstens helfen sie Suchmaschinen dabei, alle Seiten einer Website zu entdecken. Zweitens steuern sie, wie viel Gewichtung einzelne Seiten im internen Ranking erhalten.

Eine Seite, die viele interne Links erhält, signalisiert Google, dass sie inhaltlich wichtig ist. Umgekehrt gilt: Eine Seite ohne interne Verlinkung – eine sogenannte verwaiste Seite – wird von Suchmaschinen möglicherweise gar nicht indexiert.

Interne Links in Screaming Frog finden und auswerten

Nach dem Crawl wechselst du in den Tab Internal. Dort siehst du alle internen URLs, die Screaming Frog gefunden hat. Die Spalten zeigen dir unter anderem den HTTP-Statuscode, den Seitentyp und die Anzahl der eingehenden Links.

Klickst du auf eine einzelne URL, öffnet sich im unteren Bereich das Detail-Panel. Unter dem Reiter Inlinks siehst du alle Seiten, die auf diese URL verlinken – inklusive Ankertext und Link-Position.

Um gezielt nach internen Verlinkungsproblemen zu suchen, nutze den Filter No Inlinks im Tab Internal. Dieser zeigt dir alle Seiten, die keine eingehenden internen Links besitzen und damit für Suchmaschinen schwer erreichbar sind.

Inlinks und Outlinks verstehen

Screaming Frog unterscheidet klar zwischen Inlinks und Outlinks. Inlinks sind alle Links, die auf eine bestimmte Seite zeigen. Outlinks sind alle Links, die von einer Seite auf andere Seiten führen – intern wie extern.

Im Detail-Panel einer URL findest du beide Ansichten. Die Inlinks-Ansicht zeigt dir, woher eine Seite Linkwert erhält. Die Outlinks-Ansicht zeigt, wohin eine Seite verlinkt. Diese Kombination ist besonders wertvoll, wenn du die Linkarchitektur einer Website neu strukturieren oder optimieren möchtest.

Ein häufiger Fehler: Seiten mit viel wertvollem Content verlinken auf Dutzende unwichtige Unterseiten, während strategisch wichtige Seiten kaum interne Links erhalten. Screaming Frog macht dieses Ungleichgewicht sofort sichtbar.

Link Score in Screaming Frog interpretieren

Der Link Score in Screaming Frog ist eine prozentuale Kennzahl, die berechnet, wie viel des internen Linkwerts einer Website auf eine bestimmte Seite entfällt. Je höher der Score, desto wichtiger ist die Seite aus Sicht der internen Verlinkungsarchitektur.

Du findest den Link Score in der Spaltenansicht, wenn du ihn über CustomLink Score aktivierst. Seiten mit einem hohen Link Score sollten inhaltlich stark und für Rankings priorisiert sein. Wenn eine weniger wichtige Seite einen unverhältnismäßig hohen Score aufweist, ist die Verlinkungsarchitektur möglicherweise suboptimal.

Link Position und ihre Bedeutung für das Crawling

Screaming Frog erfasst auch die Position eines Links auf der Seite – also ob ein Link im Header, in der Navigation, im Hauptinhalt (Content) oder im Footer platziert ist. Diese Information ist unter dem Reiter Link Position im Detail-Panel einsehbar.

Google bewertet Links im Hauptinhalt einer Seite stärker als Links in der Navigation oder im Footer. Ein interner Link, der tief im Fließtext steht und einen beschreibenden Ankertext trägt, überträgt mehr Linkwert als ein generischer Navigationslink. Diese Erkenntnis sollte direkt in deine Content-Strategie einfließen.

Defekte Links in Screaming Frog aufspüren und beheben

Was sind defekte Links und wie entstehen sie?

Defekte Links – auch als tote Links oder Broken Links bezeichnet – sind Verweise, die auf nicht mehr existierende Seiten führen. Der Server antwortet in diesem Fall mit einem HTTP-Statuscode 404 (Not Found) oder einem anderen Fehlercode.

Sie entstehen häufig durch gelöschte Seiten, geänderte URL-Strukturen, Tippfehler in manuell eingefügten Links oder durch externe Domains, die ihren Content umstrukturiert haben. Laut einer Studie von Ahrefs zu Broken Links enthalten über 66 Prozent aller untersuchten Websites mindestens einen defekten Link – ein klares Indiz dafür, dass Link-Monitoring ein fester Bestandteil der SEO-Wartung sein sollte.

Defekte interne Links in Screaming Frog finden

Der schnellste Weg, defekte interne Links zu finden, führt über den Tab Response Codes. Wähle dort den Filter Client Error (4xx). Screaming Frog listet nun alle URLs auf, die mit einem 4xx-Fehler geantwortet haben.

Im Detail-Panel unter Inlinks siehst du dann, von welchen Seiten aus auf diese defekte URL verlinkt wird. So weißt du sofort, wo du den Link anpassen oder löschen musst. Für eine strukturierte Behebung empfiehlt es sich, die Liste per Export als CSV-Datei zu exportieren und systematisch abzuarbeiten.

Defekte externe Links mit Screaming Frog prüfen

Externe Links – also Links, die von deiner Website auf andere Domains führen – werden von vielen SEOs vernachlässigt. Dabei können auch sie defekt sein und das Nutzererlebnis negativ beeinflussen.

Um externe Links in Screaming Frog zu prüfen, aktiviere zunächst unter ConfigurationSpiderLimits die Option Crawl External Links. Nach dem Crawl wechselst du in den Tab External und filterst ebenfalls nach Client Error (4xx). Screaming Frog zeigt dir nun alle defekten externen Links mitsamt der Seiten, auf denen sie sich befinden.

Screaming Frog als Broken-Links-Checker im Workflow einsetzen

Screaming Frog lässt sich hervorragend in regelmäßige SEO-Audits integrieren. Empfehlenswert ist ein monatlicher Crawl der gesamten Domain, bei dem du automatisch nach defekten Links suchst. Nutze dafür die Funktion Scheduled Crawls in der kostenpflichtigen Version, die Crawls zu festgelegten Zeiten automatisch ausführt und Berichte per E-Mail sendet.

Kombiniert mit einer Anbindung an die Google Search Console – möglich über ConfigurationAPI Access – kannst du Crawling-Daten von Google direkt in Screaming Frog einbinden und so ein noch präziseres Bild der Indexierbarkeit deiner Seiten erhalten.

Tote Links identifizieren und priorisieren

Nicht alle defekten Links sind gleich kritisch. Priorisiere nach folgenden Kriterien: Betrifft der defekte Link eine Seite mit hohem organischem Traffic? Handelt es sich um einen internen Link zu einer wichtigen Conversion-Seite? Verliert die verlinkende Seite durch den defekten Link Linkwert?

Seiten mit hohem Link Score, die auf tote Links zeigen, sollten zuerst behoben werden. Screaming Frog erlaubt es dir, die Daten nach Link Score zu sortieren und so eine klare Prioritätenliste zu erstellen.

Erweiterte Link-Analysen mit Screaming Frog

Externe Links und Backlinks analysieren

Screaming Frog kann nicht nur ausgehende externe Links prüfen, sondern auch Backlink-Daten integrieren. Über ConfigurationAPI AccessAhrefs oder Majestic kannst du Backlink-Metriken direkt in den Crawl einbinden. So siehst du für jede URL deiner Website, wie viele Backlinks sie aus externen Quellen erhält.

Diese Kombination aus internen und externen Linkdaten gibt dir ein vollständiges Bild der Autorität deiner Website. Seiten mit vielen Backlinks, aber schwacher interner Verlinkung, werden ihr volles Potenzial nicht ausschöpfen.

Unsichere Cross-Origin-Links erkennen und bewerten

Unsichere Cross-Origin-Links entstehen, wenn eine HTTPS-Seite auf eine HTTP-Ressource verlinkt. Diese sogenannten Mixed Content-Verlinkungen können Sicherheitswarnungen im Browser auslösen und das Vertrauen der Nutzer beeinträchtigen.

Screaming Frog identifiziert diese Links automatisch. Im Tab Security findest du eine Übersicht aller unsicheren Ressourcen. Klickst du auf eine betroffene URL, zeigt das Detail-Panel die genaue Herkunft des unsicheren Links. Die Lösung ist in den meisten Fällen einfach: Passe die Ziel-URL von HTTP auf HTTPS an oder entferne den Link.

Noindex-Seiten und deren Verlinkung kontrollieren

Eine häufig übersehene Problematik: Seiten, die mit einem noindex-Tag versehen sind, werden von Google nicht indexiert. Wenn andere Seiten intern auf sie verlinken, wird dennoch Linkwert auf sie übertragen – Linkwert, der verloren geht.

Screaming Frog kennzeichnet alle Seiten mit Noindex-Tag deutlich. Im Tab DirectivesNoindex siehst du alle betroffenen URLs. Prüfe anschließend im Detail-Panel, wie viele interne Links auf diese Seiten zeigen, und entscheide, ob die Verlinkung sinnvoll ist oder umgeleitet werden sollte.

Screaming Frog interne Links Analyse im Kontext der Keyword-Recherche

Screaming Frog ist kein klassisches Keyword-Recherche-Tool, lässt sich aber sinnvoll mit Keyword-Daten verknüpfen. Wenn du weißt, auf welche Keywords eine Seite abzielt, kannst du prüfen, ob die internen Links auf diese Seite den richtigen Ankertext verwenden.

Relevante Ankertexte mit Keyword-Bezug stärken die thematische Relevanz einer Seite in den Augen von Suchmaschinen. Screaming Frog zeigt dir im Inlinks-Panel den exakten Ankertext jedes eingehenden Links. Passe generische Ankertexte wie hier klicken oder mehr erfahren gezielt auf aussagekräftige, keywordrelevante Formulierungen an – das stärkt dein Ranking nachhaltig.

Häufig gestellte Fragen

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