Das Wichtigste in Kürze
Lerne binnen weniger Minuten, wie du auf drei unterschiedliche Wege deine WordPress-Plugins deaktivieren kannst.
Deaktivierte Plugins bleiben installiert und können jederzeit reaktiviert werden – im Gegensatz zum Löschen, bei dem alle Plugin-Daten dauerhaft verloren gehen.
Versuche zunächst, Plugins via Dashboard zu deaktivieren. Greife alternativ auf FTP zurück, wenn das Backend nicht erreichbar ist. Nutze phpMyAdmin im Notfall.
Gründe für das Deaktivieren von WordPress-Plugins
Stell dir vor: Du hast gerade ein neues Plugin installiert, und plötzlich zeigt deine Website nur noch einen weißen Bildschirm. Das Backend ist nicht mehr erreichbar. Genau in solchen Momenten ist es entscheidend zu wissen, wie du WordPress-Plugins auch ohne Dashboard deaktivieren kannst. Doch nicht nur im Notfall ist das Deaktivieren von Plugins sinnvoll – es gehört zur regelmäßigen Pflege jeder professionellen WordPress-Website.
Situationen, in denen das Deaktivieren sinnvoll ist
Das Deaktivieren von Plugins ist in mehreren Situationen die richtige Maßnahme. Die häufigste ist die Fehlerdiagnose: Verhält sich eine Website unerwartet, lassen sich durch das schrittweise Deaktivieren einzelner Plugins Konflikte schnell identifizieren. Laut aktuellen Daten aus der WPScan Vulnerability Database stammen rund 90% aller bekannten WordPress-Sicherheitslücken aus Plugins – ein starkes Argument dafür, nicht benötigte Erweiterungen konsequent zu deaktivieren.
Weitere typische Situationen sind Geschwindigkeitsoptimierungen, saisonale Anpassungen oder der Wechsel zu einem neuen Plugin mit ähnlichem Funktionsumfang. Auch vor größeren Updates empfiehlt es sich, nicht zwingend erforderliche Plugins vorübergehend zu deaktivieren, um Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden.
Unterschied zwischen Deaktivieren und Löschen
Viele WordPress-Nutzer verwechseln diese beiden Aktionen. Das Deaktivieren eines Plugins stoppt lediglich dessen Ausführung. Der Plugin-Code verbleibt auf dem Server, und alle gespeicherten Einstellungen bleiben in der Datenbank erhalten. Das Plugin kann jederzeit mit einem Klick reaktiviert werden.
Das Löschen hingegen entfernt alle Plugin-Dateien vom Server. Je nach Plugin können dabei auch Datenbankeinträge gelöscht werden – ein Vorgang, der sich nicht ohne Weiteres rückgängig machen lässt. Vor dem Löschen empfiehlt sich daher stets ein vollständiges Backup der Website.
Risiken aktiver, ungenutzter Plugins
Aktive, aber ungenutzte Plugins sind eines der häufigsten Sicherheitsrisiken in WordPress-Installationen. Jedes aktive Plugin wird bei jedem Seitenaufruf geladen und vergrößert damit die Angriffsfläche der Website. Nicht aktualisierte Plugins mit bekannten Sicherheitslücken sind ein bevorzugtes Einfallstor für Angreifer. Laut dem State of WordPress Security Report 2024 von Patchstack meldete das Unternehmen im Jahr 2023 insgesamt 827 verlassene Plugins mit Sicherheitslücken an das WordPress-Team – ein deutlicher Hinweis darauf, wie groß das Risiko durch nicht gewartete Erweiterungen ist.
WordPress-Plugins über das Dashboard deaktivieren
Das WordPress-Dashboard bietet die einfachste und komfortabelste Möglichkeit, Plugins zu verwalten. Für die meisten Anwendungsfälle ist dies der empfohlene Weg.
Ein einzelnes Plugin deaktivieren – Schritt für Schritt
Das Deaktivieren eines einzelnen Plugins im Dashboard gelingt in wenigen Sekunden:
- Melde dich in deinem WordPress-Backend an
- Navigiere zu Plugins → Installierte Plugins
- Suche das gewünschte Plugin in der Liste
- Klicke direkt unterhalb des Plugin-Namens auf den Link Deaktivieren
- WordPress deaktiviert das Plugin sofort – ohne Rückfrage
Das Plugin erscheint danach weiterhin in der Liste, ist jedoch inaktiv. Du erkennst es an der fehlenden Hervorhebung und dem Link Aktivieren, der nun anstelle von Deaktivieren erscheint.
Alle WordPress-Plugins auf einmal deaktivieren
Möchtest du alle WordPress-Plugins gleichzeitig deaktivieren, nutze die Mehrfachauswahl:
- Gehe zu Plugins → Installierte Plugins
- Aktiviere das Kontrollkästchen ganz oben in der Tabellenkopfzeile – damit wählst du alle Plugins auf einmal aus
- Öffne das Dropdown-Menü Sammelaktionen
- Wähle Deaktivieren aus
- Klicke auf Anwenden
Alle aktiven Plugins werden nun auf einmal deaktiviert. Diese Methode eignet sich besonders zur Fehlerdiagnose, um schnell zu prüfen, ob ein Plugin-Konflikt vorliegt.
Plugins für bestimmte Seiten oder Beiträge deaktivieren
Standardmäßig lädt WordPress alle aktiven Plugins auf jeder Seite. Mit dem kostenlosen Plugin Plugin Load Filter oder dem bekannteren Asset CleanUp lässt sich das gezielt steuern. So deaktivierst du ein Plugin für bestimmte Seiten:
- Installiere und aktiviere Asset CleanUp über das Dashboard
- Öffne die gewünschte Seite oder den gewünschten Beitrag im Editor
- Scrolle im Editor nach unten zur Asset CleanUp-Sektion
- Wähle das Plugin oder dessen Skripte, die nicht geladen werden sollen
- Speichere die Seite
Diese Methode verbessert die Ladegeschwindigkeit gezielt auf Seiten, auf denen bestimmte Plugin-Funktionen nicht benötigt werden.
Beliebte Plugins deaktivieren: Jetpack und WooCommerce
WordPress-Plugins manuell per FTP deaktivieren
Die FTP-Methode und ihre Einsatzbereiche
Die FTP-Methode kommt dann zum Einsatz, wenn das WordPress-Dashboard nicht mehr erreichbar ist. Typische Auslöser sind ein fehlerhaftes Plugin, das einen fatalen PHP-Fehler verursacht, oder ein beschädigter WordPress-Core. Per FTP greifst du direkt auf den Server zu und kannst Plugins deaktivieren, ohne dich im Backend anmelden zu müssen. Diese Methode funktioniert zuverlässig auch dann, wenn die gesamte WordPress-Oberfläche nicht mehr lädt.
Vorbereitung: FTP-Client einrichten
Du benötigst einen FTP-Client. Die populärste und kostenlose Wahl ist FileZilla, verfügbar für Windows, macOS und Linux. Außerdem brauchst du die FTP-Zugangsdaten deines Webhosts: Hostname, Benutzername, Passwort und Port (Standard: 21). Diese Daten findest du in der Regel im Kundenbereich deines Hosting-Anbieters.
- Lade FileZilla herunter und installiere es
- Öffne den Servermanager und lege eine neue Verbindung an
- Trage Hostname, Benutzername, Passwort und Port ein
- Klicke auf Verbinden
Ein einzelnes Plugin über FTP deaktivieren
WordPress erkennt ein Plugin als inaktiv, wenn dessen Ordner umbenannt wird. So gehst du vor:
- Verbinde dich per FTP mit deinem Server
- Navigiere zum Verzeichnis
/wp-content/plugins/
- Suche den Ordner des Plugins, das du deaktivieren möchtest, z.B.
jetpack
- Klicke mit der rechten Maustaste auf den Ordner und wähle Umbenennen
- Füge ein Präfix hinzu, beispielsweise
_deaktiviert_jetpack
- Bestätige die Umbenennung
WordPress kann das Plugin nun nicht mehr laden und deaktiviert es automatisch. Im Dashboard erscheint eine Benachrichtigung, dass das Plugin deaktiviert wurde.
Alle WordPress-Plugins über FTP deaktivieren
Um alle WP-Plugins auf einmal zu deaktivieren, reicht es, den gesamten Plugins-Ordner umzubenennen:
- Navigiere in FileZilla zu
/wp-content/
- Klicke mit der rechten Maustaste auf den Ordner plugins
- Benenne ihn um, beispielsweise in
plugins_deaktiviert
- WordPress findet das Verzeichnis nicht mehr und deaktiviert alle Plugins sofort
Um Plugins anschließend wieder zu aktivieren, benenne den Ordner zurück in plugins. WordPress zeigt im Dashboard alle zuvor aktiven Plugins nun als deaktiviert an – du kannst sie einzeln wieder aktivieren.
WordPress-Plugins über die Datenbank deaktivieren
Einsatzbereiche der Datenbankmethode
Der direkte Eingriff in die Datenbank ist die fortgeschrittenste Methode und sollte nur dann angewendet werden, wenn weder das Dashboard noch ein FTP-Zugang verfügbar sind. Diese Situation tritt etwa bei Managed-Hosting-Paketen auf, bei denen kein direkter FTP-Zugriff gewährt wird. Ein vollständiges Datenbank-Backup ist vor diesem Eingriff absolut zwingend erforderlich.
WordPress-Plugins in phpMyAdmin deaktivieren
phpMyAdmin ist ein webbasiertes Werkzeug zur Verwaltung von MySQL-Datenbanken, das die meisten Webhoster im Kundenbereich zur Verfügung stellen. Der Zugang erfolgt über das Hosting-Control-Panel, beispielsweise cPanel oder Plesk.
- Öffne phpMyAdmin über dein Hosting-Control-Panel
- Wähle auf der linken Seite deine WordPress-Datenbank aus
- Suche die Tabelle
wp_options
- Klicke auf Durchsuchen
Einzelnes Plugin über die Datenbank deaktivieren
- Öffne die Tabelle
wp_optionsin phpMyAdmin
- Suche den Eintrag mit
option_name = active_plugins
- Klicke auf Bearbeiten
- Im Feld option_value siehst du ein serialisiertes PHP-Array mit allen aktiven Plugins, etwa: a:2{i:0;s:19:“jetpack/jetpack.php“;i:1;s:25:“woocommerce/woocommerce.php“;}
- Lösche den Eintrag des Plugins, das du deaktivieren möchtest, vollständig heraus
- Passe den Zähler am Anfang des Arrays an – aus
a:2:wird nach dem Entfernen eines Eintragsa:1:
- Klicke auf OK, um die Änderung zu speichern
Alle WordPress-Plugins direkt aus der Datenbank deaktivieren
Um alle Plugins auf einmal zu deaktivieren, ersetze den gesamten Wert des Feldes option_value beim Eintrag active_plugins durch ein leeres Array:
a:0:{}
Damit teilst du WordPress mit, dass keine Plugins aktiv sind. Dieser Eingriff ist besonders nützlich, wenn ein fataler Fehler das gesamte Backend blockiert.
Automatische Updates für Plugins deaktivieren
Automatische Plugin-Updates lassen sich ebenfalls über die Datenbank steuern. In der Tabelle wp_options findest du den Eintrag auto_update_plugins. Alternativ kannst du automatische Updates für alle Plugins deaktivieren, indem du folgenden Code in die wp-config.php einfügst:
add_filter( 'auto_update_plugin', '__return_false' );
Diese Zeile sorgt dafür, dass WordPress keine automatischen Updates für Plugins mehr durchführt. Für einzelne Plugins lässt sich dies über denselben Filter granular steuern.
Sicherheit erhöhen und Ladegeschwindigkeit verbessern
Das Deaktivieren von WordPress-Plugins ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein Teil der laufenden Website-Pflege. Ob über das Dashboard, per FTP oder direkt in der Datenbank – für jede Situation gibt es die richtige Methode. Wer seine WordPress-Installation regelmäßig auf unnötige, veraltete oder konfliktverursachende Plugins überprüft, erhöht die Sicherheit, verbessert die Ladegeschwindigkeit und sorgt für einen stabilen Betrieb. Überprüfe noch heute deine installierten Plugins und deaktiviere alles, was du nicht aktiv benötigst. Deine Website wird es dir danken.
Häufig gestellte Fragen
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