Das Wichtigste in Kürze
Google Maps unterstützt verschiedene Koordinatenformate – darunter Dezimalgrad (WGS84), Grad/Minuten/Sekunden (GMS) sowie UTM.
Die Koordinateneingabe funktioniert am PC im Browser und in der Google Maps-App auf Android, iPhone und iPad – der Ablauf unterscheidet sich geringfügig.
So gehst du vor: Öffne Google Maps, tippe die Koordinaten im Format Breitengrad, Längengrad in die Suchleiste ein und bestätige mit der Eingabetaste.
Koordinatensysteme bei Google Maps verstehen
Stell dir vor, du planst eine Wanderung im Schwarzwald. Ein Freund schickt dir keine Adresse, sondern nur eine Zahlenfolge: 48.0056, 8.2013. Was tust du damit? Genau hier beginnt die Stärke von Google Maps: Die Plattform versteht geografische Koordinaten ebenso zuverlässig wie Straßennamen. Wer weiß, wie man Koordinaten bei Google Maps eingibt, erschließt sich ein präzises Navigationswerkzeug – für Reisen, Sport, Geocaching oder professionelle Anwendungen.
Was sind geografische Koordinaten?
Geografische Koordinaten beschreiben jeden Punkt auf der Erdoberfläche eindeutig durch zwei Werte: den Breitengrad (Latitude) und den Längengrad (Longitude). Der Breitengrad gibt die Nord-Süd-Position an, der Längengrad die Ost-West-Position. Beide Werte zusammen ermöglichen eine millimetergenaue Ortung – unabhängig von Straßennamen oder Postleitzahlen. Das macht Koordinaten besonders wertvoll für abgelegene Gebiete, Naturräume oder technische Anwendungen.
Das WGS84-System – der Standard für Google Maps
Google Maps basiert ausschließlich auf dem Koordinatensystem WGS84 (World Geodetic System 1984). Dieses System wurde ursprünglich für das GPS-Netzwerk der US-amerikanischen Streitkräfte entwickelt und ist heute der globale Standard für Navigation und Kartografie. WGS84-Koordinaten werden üblicherweise als Dezimalgrad angegeben, zum Beispiel: 52.5200, 13.4050 (Berlin, Alexanderplatz). Alle modernen GPS-Geräte, Smartphones und Navigationsanwendungen arbeiten auf Basis dieses Systems.
Weitere Koordinatensysteme: UTM, ETRS, GMS und GPS
Neben WGS84 gibt es weitere Systeme, die du in der Praxis antreffen kannst. Das UTM-System (Universal Transverse Mercator) unterteilt die Erde in Zonen und verwendet Meter als Einheit – es ist vor allem in Militär, Geologie und Geodäsie verbreitet. ETRS89 (European Terrestrial Reference System) ist das offizielle Referenzsystem der Europäischen Union für amtliche Karten und stimmt für Europa praktisch mit WGS84 überein. GMS steht für Grad, Minuten, Sekunden – das klassische Format, das du z. B. auf älteren Karten oder bei Geocaching-Plattformen findest. Google Maps kann GMS lesen, zeigt Ergebnisse aber intern immer als Dezimalgrad an.
Das richtige Format für die Koordinateneingabe
Google Maps akzeptiert drei Eingabeformate:
- Dezimalgrad (DD): 48.8566, 2.3522
- Grad und Dezimalminuten (DMM): 48° 51.396′ N, 2° 21.132′ E
- Grad, Minuten, Sekunden (DMS/GMS): 48° 51′ 23.76″ N, 2° 21′ 7.92″ E
Wichtig: Breitengrad wird immer zuerst angegeben, gefolgt vom Längengrad. Zwischen den beiden Werten steht ein Komma. Leerzeichen zwischen Grad, Minuten und Sekunden sind erlaubt. Achte außerdem darauf, dass du bei negativen Werten (Südhalbkugel bzw. westliche Längen) ein Minuszeichen verwendest – z. B. -33.8688, 151.2093 für Sydney, Australien.
Koordinaten bei Google Maps eingeben
Maps-Koordinaten am PC eingeben
Die Eingabe am Desktop-Browser ist denkbar einfach. Öffne maps.google.com in deinem Browser. Klicke in die Suchleiste oben links. Gib deine Koordinaten im Format Breitengrad, Längengrad ein – also z. B. 47.3769, 8.5417 für Zürich. Drücke anschließend die Eingabetaste. Google Maps markiert den entsprechenden Punkt sofort mit einem roten Pin. Du kannst von dort aus direkt eine Route berechnen, den Ort speichern oder die Satellitenansicht aktivieren.
Maps-Koordinaten via App eingeben (Android und iPhone)
Auf dem Smartphone – egal ob Android oder iPhone – funktioniert die Eingabe über die Google Maps App. Öffne die App und tippe die Koordinaten in die Suchleiste oben. Bestätige mit Suchen oder dem Lupensymbol. Die App springt automatisch zur entsprechenden Position. Alternativ kannst du einen Ort durch langes Drücken auf die Karte markieren – Google Maps zeigt dir dann die Koordinaten dieses Punktes in der unteren Leiste an. Diese Methode eignet sich besonders gut, wenn du Koordinaten eines bereits bekannten Ortes ablesen möchtest.
Koordinaten auf dem iPad eingeben
Die Vorgehensweise auf dem iPad entspricht der Methode auf dem iPhone, da beide Geräte dieselbe iOS-Version der Google Maps-App verwenden. Durch den größeren Bildschirm hast du jedoch den Vorteil, dass du sowohl die Karte als auch die Suchergebnisse komfortabler im Blick behältst. Öffne die App, tippe die Koordinaten in die Suchleiste und bestätige die Eingabe. Auch hier gilt: Breitengrad kommt zuerst, gefolgt von einem Komma und dem Längengrad.
Koordinaten richtig eingeben und Fehler vermeiden
Der häufigste Fehler bei der Koordinateneingabe ist die falsche Reihenfolge: Viele Nutzer geben zuerst den Längengrad ein. Google Maps erwartet jedoch immer den Breitengrad an erster Stelle. Weitere typische Fehler sind das Verwenden eines Semikolons statt eines Kommas als Trennzeichen oder das Vergessen des Minuszeichens bei südlichen Breiten. Achte außerdem darauf, keine unzulässigen Sonderzeichen einzufügen. Wenn Google Maps nach deiner Eingabe keinen Treffer anzeigt, prüfe zunächst diese drei Punkte: Reihenfolge, Trennzeichen, Vorzeichen.
X- und Y-Koordinaten sowie UTM-Koordinaten eingeben
Google Maps unterstützt UTM-Koordinaten nicht nativ. Wenn du UTM- oder XY-Koordinaten eingeben möchtest, musst du diese vorher in das Dezimalgrad-Format (WGS84) umrechnen. Dafür eignen sich kostenlose Online-Tools wie etwa das Koordinatenumrechnungs-Tool des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG). Nach der Umrechnung kannst du die resultierenden Dezimalgrad-Werte problemlos in Google Maps einfügen.
Spezialfälle: Koordinatenformate und Quellen
GPS-Koordinaten
GPS-Geräte speichern Positionen standardmäßig im WGS84-Format, meist als Dezimalgrad. Diese Werte lassen sich direkt in Google Maps übernehmen. Notiere dir Breitengrad und Längengrad deines GPS-Geräts, öffne Google Maps und gib sie in die Suchleiste ein. Das funktioniert sowohl am PC als auch in der App auf Android oder iPhone.
Besonders praktisch: Wenn du ein Foto mit aktiviertem GPS-Tag aufgenommen hast, enthalten die EXIF-Daten des Bildes die genauen GPS-Koordinaten – diese lassen sich ebenfalls direkt übertragen.
Grad, Minuten, Sekunden (GMS)
Das GMS-Format (auch DMS für Degrees, Minutes, Seconds) ist auf topografischen Karten, bei der Seefahrt und in der Luftfahrt weit verbreitet. Ein Beispiel: 48° 8′ 23″ N, 11° 34′ 31″ E für München. Google Maps versteht dieses Format, sofern du es korrekt schreibst. Achte auf die richtige Verwendung der Grad- (°), Minuten- (′) und Sekunden- (″) Zeichen sowie auf die Himmelsrichtungsangaben N, S, E und W.
Tipp: Kopiere GMS-Koordinaten möglichst direkt aus der Quelle, um Tippfehler zu vermeiden.
Geocaching-Koordinaten
Geocaching-Koordinaten werden häufig im Format Grad und Dezimalminuten angegeben – etwa N 48° 8.123′ E 011° 34.456′. Google Maps kann dieses Format grundsätzlich verarbeiten, jedoch kommt es bei der Schreibweise gelegentlich zu Interpretationsfehlern. Für Geocacher empfiehlt sich daher eine vorherige Umrechnung in Dezimalgrad, was mit Tools wie geocaching.com/tools oder gpsgames.org schnell erledigt ist. Anschließend lassen sich die umgerechneten Werte reibungslos in Google Maps eintragen und für die Routenplanung nutzen.
Excel-Koordinaten
Wenn du eine Excel-Tabelle mit vielen Koordinaten hast, kannst du diese über Google My Maps importieren – ein kostenloses Werkzeug von Google. Speichere deine Excel-Datei zunächst als CSV-Datei ab. Öffne anschließend mymaps.google.com, erstelle eine neue Karte und wähle Importieren. Lade deine CSV-Datei hoch und weise die Spalten für Breitengrad und Längengrad zu. Google My Maps plottet dann alle Punkte automatisch auf der Karte. Diese Methode eignet sich hervorragend für Lieferrouten, Feldstudien oder Reiseplanungen mit vielen Zielpunkten.
ETRS-Koordinaten und Schweizer Koordinaten
ETRS89-Koordinaten sind für Mitteleuropa nahezu identisch mit WGS84 – die Abweichung beträgt weniger als einen Meter. Du kannst ETRS-Koordinaten daher in der Regel direkt als WGS84-Werte in Google Maps eingeben, ohne spürbare Ungenauigkeiten. Anders verhält es sich mit dem Schweizer Landeskoordinatensystem LV95, das ein eigenes Projektionssystem verwendet. Diese Werte müssen vor der Verwendung in Google Maps umgerechnet werden. Das Bundesamt für Landestopografie stellt unter map.geo.admin.ch ein präzises Umrechnungstool kostenlos zur Verfügung.
Koordinaten weiterverarbeiten und exportieren
Google Maps-Koordinaten anzeigen und kopieren
Möchtest du die Koordinaten eines bestimmten Ortes in Google Maps herausfinden, gehst du so vor:
- Klicke am PC mit der rechten Maustaste auf einen beliebigen Punkt in der Karte.
- Im Kontextmenü erscheinen direkt die Koordinaten im Dezimalgrad-Format.
- Ein Klick darauf kopiert sie automatisch in die Zwischenablage.
- In der App tippst du auf einen Punkt – Koordinaten erscheinen in der Informationsleiste.
- Auch hier lassen sie sich durch Antippen kopieren.
Diese Funktion ist besonders nützlich, wenn du Standorte mit anderen teilen oder in andere Anwendungen übertragen möchtest.
Koordinaten in Google Maps umrechnen
Google Maps selbst bietet keine eingebaute Umrechnungsfunktion für verschiedene Koordinatensysteme. Für die Umrechnung zwischen Dezimalgrad, GMS, UTM oder anderen Formaten empfehlen sich externe Tools. Bewährt hat sich beispielsweise der Koordinatenrechner des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie unter gdz.bkg.bund.de. Alternativ bieten viele GPS-Apps und Geodaten-Plattformen entsprechende Umrechnungsfunktionen an. Nach der Umrechnung kopierst du die WGS84-Dezimalgrad-Werte einfach in die Google Maps-Suchleiste.
Maps-Koordinaten in ein Navi oder Garmin übertragen
Wenn du Google Maps-Koordinaten in ein externes Navigationsgerät oder ein Garmin-Gerät übertragen möchtest, stehen dir mehrere Wege offen. Die einfachste Methode ist die manuelle Eingabe der Koordinaten direkt am Gerät – Garmin-Geräte unterstützen in der Regel WGS84 in allen gängigen Formaten. Alternativ kannst du Wegpunkte über Garmins Desktop-Software Basecamp importieren. Erstelle dazu in Google My Maps eine Route oder Wegpunktliste, exportiere sie als KML- oder GPX-Datei und importiere diese anschließend in Basecamp oder direkt auf dein Garmin-Gerät.
Mehrere Koordinaten in Maps einfügen und verwalten
Die Standard-Google-Maps-Oberfläche erlaubt keine gleichzeitige Anzeige mehrerer Koordinatenpunkte. Dafür ist Google My Maps das richtige Werkzeug. Du kannst dort entweder Koordinaten manuell als Pins einsetzen oder – wie in Kapitel 3.4 beschrieben – eine CSV-Datei importieren. My Maps erlaubt außerdem das Erstellen von Ebenen, das Hinzufügen von Beschriftungen und das Teilen der Karte mit anderen Personen. Diese Funktion eignet sich ideal für Teams, Forschungsprojekte oder komplexe Reiserouten mit zahlreichen Zwischenzielen.
Häufig gestellte Fragen
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